Nachhaltigkeit | Waldorfschule Pforzheim
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 Kinder

Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) UNESCO Offizielles Projekt der Weltdekade

Die Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) für die Jahre 2005 bis 2014 ist ein Aufruf der Vereinten Nationen, der ursprünglich aus dem Impuls des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg (2002), zehn Jahre nach Rio entstanden ist. Damit haben sich die UN-Mitgliedsstaaten in einer Resolution verpflichtet, in diesen zehn Jahren besonders intensive Anstrengungen zu unternehmen, um das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern.

Auf der Grundlage eines einstimmigen Beschlusses des Deutschen Bundestages wird die Umsetzung der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" in Deutschland von der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) koordiniert; dafür wurde ein Nationalkomitee berufen.

Die Umsetzung der Dekade steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Horst Köhler und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Wissen über die globale Zusammenhänge und Herausforderungen im Sinne von Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Sie versetzt Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.

Wir ... haben ...nur ...eine ...Welt!

An der  Goetheschule Freie Waldorfschule Pforzheim wird großer Wert auf Bildung zur Nachhaltigkeit gelegt. Pflege des sozialen Miteinanders und Pflege der Erde als Heimat des Menschen sind seit Beginn selbstverständliche Bestandteile unserer Pädagogik. Spezifisch für unsere Schule sind die drei Säulen, auf denen u.a. die Nachhaltigkeitsbildung aufbaut:

Erstens die innerschulische Umwelterziehung, die schon im Grundschulalter durch biologisch dynamisch orientierten Gartenbau und Ackerbau statt auf Verstandesebene vor allem  auf den Gefühls- und Willensbereich aufbaut und so wirkungsvoll vom Schüler verinnerlicht werden kann. Fortgesetzt wird diese Erziehung bei älteren Schülern durch landwirtschaftliche Praktika und die Herstellung von Naturkosmetik (NaCos) sowie spezifische Technologie-Fächer.

Zweitens  die Bewusstseinsbildung, die z.T. auch auf regionaler Ebene durch Vorträge, Diskussionsrunden und Projekttage (z.B. "Wasser", "Klima", "Gentechnik") neben dem regulären Unterricht die Heranwachsenden anspricht.

Drittens die Entwicklungszusammenarbeit auf internationaler Ebene durch die Indonesien-AG. Dies ist eine Gruppe an der Goetheschule, die seit mehr als drei Jahren mit der Organisation Lessan in Mitteljava zusammenarbeitet und kleine Projekte in den Bereichen Wasserversorgung, Bildung und Gesundheit  unterstützt. Zielsetzungen sind Verbesserung der Lebens- und Rahmenbedingungen der ärmeren Landbevölkerung und Stärkung des Umwelt-Bewusstseins vor Ort und des Wissens z.B. um die traditionelle Kräutermedizin "Jamu". Die Indonesien-AG erwirtschaftet dafür durch z.B. Flohmärkte und Benefizkonzerte an der Schule Gelder, die vollständig  den Hilfsbedürftigen in Indonesien zugute kommen, und trägt damit auch bei uns zur Bewusstseinsbildung bei.

Aktuell arbeiten wir ganz intensiv an der Erweiterung von Vernetzungen der drei genannten Bereiche:

Umwelterziehung, Bewußtseinsbildung und internationale Entwicklungsarbeit

Von der ersten Klasse an bis zur 13. Klasse: An der Goetheschule ist das Thema der Nachhaltigkeit kein abstrakter Begriff aus dem aktuellen Zeitgeschehen heraus, sonden das Wissen um die Pflege der Erde als Heimat des Menschen und die Pflege des sozialen Miteinanders ist von Anfang an selbstverständlicher Bestandteil der Pädagogik an unserer Schule.

Bereits in der Unschulgartenterstufe bilden die Schülerinnen und Schüler durch tatkräftiges Arbeiten in vielen Belangen in der Natur, unter anderem in unserem Schulgarten (---> Bericht Schulgarten), ein Bewußtsein aus, wie wertvoll und notwendig eine gesunde und intakte Umwelt für Mensch und Tier ist. Die Landwirtschaftspraktikas der Oberstufe erfahren die Jugendlichen als wohltuenden und "erdenden" Kontrast zum kopflastigen schulischen Geschehn und sie lernen, die Kreisläufe der Natur mit Mensch und Tier in Verbindung zu bringen. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft wurde vor 80 Jahren von Rudolf Steiner begründet.

Projekttage, Vortragsreihen und Podiumsdiskussionen zu den Themen Klimaerwärmung, Wasser als freies Gut, Gentechnik, Ernährung/Nahrungsmittel und auch zur Finanzkrise sind über schulinterne Veranstaltungen hinaus öffentlich zugänglich und werden rege besucht. >>> Christian Gelleri, Initiator des Regiogeldes "Chiemgauer" referierte Ende Januar 2010 vor Oberstufenschülern und in einer Abendveranstaltung zum Thema "Regiogeld - ein Gewinn für alle"(---> nähere Infos zur Veranstaltung "Regiogeld mit Christian Gelleri). Die Presse war ebenfalls mit dabei: --->"Regiogeld" (PZ vom 01.02.10)


Internationale Entwicklungshilfe

Wie kann ich Menschen helfen, die in einem weit entferten Land leben? Was sind deren Bedürfnisse, was benötigen sie am dringensten? Wie kommt meine Hilfe dort vor Ort direkt an?

Umweltbewusstsein - Indonesische Schüler malen zum Thema Am Beispiel von der INDONESIEN AG erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie sich Entwicklungshilfe - aus dem Kleinsten heraus - gestalten und erweitern läßt. Die INDONESIEN AG unterstützt in Zusammenarbeit mit der Vor-Ort-Organisation LESSAN die ärmste Bevölkerung im Karstgebiet Gunung Kidul in den Bereich der Bildung, Umwelt und Gesundheit. Die INDONESIEN AG ist einer der Gewinner des Wettbewerbes "Sei ein Futurist", ausgeschrieben von UNESCO und dm. Das mit dem Gewinn verbundene Preisgeld von € 1.000,- investierten die Mitarbeiter der Initiative in die Pflanzung von 3.000 Bäumen im Karstgebiet Gunung Kidul (-->"3.000 Bäume - Leben für Gunung Kidul"). Mehr über die Arbeit der INDONESIEN AG erfahren Sie hier: ---> INDONESIEN AG


Was ist "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ?

Auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 20. Dezember 2002 wurde für die Jahre 2005 bis 2014 eine Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ausgerufen. Impulsgeber für diese Weltdekade waren der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 und die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung1992 in Rio de Janeiro.

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein Bildungskonzept, das Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermittelt. Denn wir müssen lernen: Mein heutiges Handeln hat Einfluss auf das Leben meiner Kinder und auf das Leben von Menschen in anderen Weltregionen. Mit der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, dieses Bildungskonzept zu stärken.

Was ist Nachhaltigkeit?

Von einem Prinzip der Forstwirtschaft hat sich Nachhaltigkeit zu einem Leitbild für das 21. Jahrhundert entwickelt. Der Kerngedanke: Zukünftige Generationen sollen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben wie wir. Gleichzeitig müssen Chancen für alle Menschen auf der Erde fairer verteilt werden. Nachhaltige Entwicklung verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt.

Begriff aus der Forstwirtschaft

"Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!“ So formulierte Hans-Karl von Carlowitz 1713 als erster das Prinzip der Nachhaltigkeit in seinem Buch über die Ökonomie der Waldkultur "Silvicultura oeconomica“.

Die Welt im Gleichgewicht halten

Seit dieser ersten Definition hat sich der Begriff der Nachhaltigkeit weiter entwickelt. Bezeichnete er damals Grundregeln der Forstwirtschaft, beschreibt er heute einen Weg, um die Welt im Gleichgewicht zu halten. Der Kerngedanke: Auf lange Sicht dürfen wir nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig. Es wird langfristig keinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt ohne intakte Umwelt geben. Ebensowenig wird es gelingen, die Umwelt effektiv zu schützen, wenn Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen. Nachhaltigkeit berührt alle Bereiche des Alltags und kann nur durch internationale Zusammenarbeit erreicht werden.

Lebensgrundlagen künftiger Generationen bedroht

Wirtschaftssystem und Lebensstil besonders der Industriestaaten müssen sich ändern – darüber herrschte seit Anfang der 90er Jahre auch politische Einigkeit. Denn der wirtschaftliche und technische Fortschritt nach herkömmlichem Muster bedroht die Umwelt und damit die Lebensgrundlagen künftiger Generationen. Gleichzeitig müssen in vielen Staaten der Erde Menschen in Armut leben und haben keinerlei Nutzen vom Wohlstand anderer Weltregionen.

Nachhaltige Entwicklung als politisches Leitbild

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse forderte die so genannte Brundlandt-Kommission der Vereinten Nationen 1987 eine Neuausrichtung – und liefert die Definition nachhaltiger Entwicklung: "Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält." Auf dem Gipfel von Rio de Janeiro 1992 einigten sich auf Grundlage des Brundlandt-Berichtes 178 Staaten auf ein gemeinsames Leitbild der Menschheit für das 21. Jahrhundert - die nachhaltige Entwicklung.

Eine nachhaltige Entwicklung

  • schont die Natur;
  • erhöht die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und sichert sie für die Zukunft;
  • ist gerecht und trägt dazu bei, dass alle Menschen friedlich zusammen leben.

Bildung hat hohen Stellenwert

Der Rio-Gipfel verabschiedet mit der Agenda 21 konkrete Handlungsempfehlungen - sowohl für Staaten und für den einzelnen Bürger. In Kapitel 36 betonen die Autoren die bedeutende Rolle der Bildung: Ohne einen umfassenden Bewusstseinswandel auf allen Ebenen keine nachhaltige Entwicklung.

 

Machen Sie mit - es läßt sich viel bewegen!

Unsere Erde gibt es nur 1x !!!


Link zur UN-DEKADE "Bildung für nachhaltige Entwicklung"www.bne-portal.de

 

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