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Die Pädagogik Die Klassen1-8 – Unter-und Mittelstufe Der Hauptunterricht Der Fachunterricht Die 8. Klasse - der Abschluss der Mittelstufe Die Klasse 9-13 – Oberstufe / Wahlfächer Ganztages-Schulkonzept
Die Pädagogik
Wichtiges Ziel unserer Pädagogik ist es, die heranwachsenden jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihnen die Anreize und Herausforderungen zu geben, an denen sie lernen und sich entfalten können. Indem der Klassenlehrer und die Fachlehrer die Kinder über Jahre hinweg begleiten, können sie in Kenntnis der anthroposophischen Menschenkunde und dem täglichen Erleben der Kinder, deren Entwicklung begleiten und aus ihr die methodisch-didaktischen Maßnahmen für den Umgang mit dem Stoff und den Kindern ableiten.
Dabei ist es ein großes Anliegen der Waldorfpädagogik, den Menschen ganzheitlich anzusprechen und zu fördern - aber auch zu fordern. Also nicht nur die Denkfähigkeit soll ausgebildet werden, sondern auch Herz und Hand sollen angeregt und betätigt werden, um auch in diesen Bereichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln.
Daher bieten wir neben den üblichen, im Schwerpunkt kognitiven Fächern, über die verschiedenen Klassenstufen verteilt, vielfältige praktische und künstlerische Unterrichte an. Handarbeit, Werken und Gartenbau, Plastizieren, Töpfern und Malen, Musik- und Eurythmieunterricht werden von unseren Fachlehrern unterrichtet.
Dabei ist es uns wichtig, dass die Kinder aus konkreten Eigenerfahrungen und Erlebnissen lernen. Dazu tragen in der Unterstufe eine Hausbauepoche, Ausflüge und Besuche bei Handwerkern bei. Auch in der Oberstufe wird dieser Ansatz – vom Leben zu lernen – gepflegt. So findet dort in jeder Klassenstufe ein zwei- bis dreiwöchiges Praktikum statt:Landwirtschafts-, Feldmess-, Sozial- und Industrie-Praktikum.
Die Klassen 1-8 · Unter- und Mittelstufe
Rhythmus kann seine günstige Wirkung nur entfalten, wenn die Lebensbedingungen des Kindes beständig sind. Waldorf-KlassenlehrerInnen führen deshalb eine Klasse in der Regel acht Jahre lang. Sie begleiten die Kinder in allen schulischen Lebensfragen, erarbeiten mit ihnen das erste Schreiben, Lesen und Rechnen, das Malen und Zeichnen und die Naturkunde, pflegen das Singen, Flöten und die Entwicklung der Sprache. Sie unterrichten ihre Klasse in Heimat- und Sachkunde, Deutsch und Geschichte, Mathematik und Geometrie und ab der Mittelstufe in Erdkunde, Biologie, Physik und Chemie. Kurz: Waldorflehrer unterrichten als Klassenlehrer im Hauptunterricht (in den Klassen 1-8) eine Fülle von Fächern.
Der Unterricht in Fremdsprachen, Sport, Eurythmie, Musik, Religion und handwerkliche Fächer wie Werken, Gartenbau und Handarbeit wird von Fachlehrern gehalten.
Die Klassenlehrer gestalten gemeinsam mit den Eltern ihrer Schüler die Elternabende, kleinere Aufführungen und Theaterstücke, Ausflüge, Unternehmungen, Klassenfahrten und Schulfeste.
Der Hauptunterricht
Der Hauptunterricht umfasst täglich die ersten beiden Stunden (7.50 - 9.30 Uhr). Hier behandelt der Klassenlehrer in Form von Epochen ein Unterrichtsfach täglich über mehrere Wochen hinweg. Die Schüler können sich auf diese Weise intensiv mit dem jeweiligen Stoffgebiet verbinden. Sie haben genügend Zeit, um die verschiedenen Phasen sinnvollen Lernens zu durchlaufen: vom Wahrnehmen bis zum Verstehen, vom Üben bis zum Verarbeiten. In Epochen von 3 – 4 Wochen werden im Hauptunterricht vom Klassenlehrer in den Klassen 1 – 8 folgende Grundfächer unterrichtet:
- in den Klassen 1 – 3 :
Deutsch, Rechnen, Malen und Formenzeichnen. Im dritten Schuljahr kommen mit der Sachkunde die Themen Ackerbau, Handwerker und Hausbau dazu.
- in den Klassen 4 – 8 :
Deutsch, Mathematik, Geometrie, Tier- und Pflanzenkunde, Geschichte, Geographie, Natur- und Menschenkunde. Ab der sechsten Klasse kommt die Physik und ab der siebten Klasse Chemie dazu. Der Geschichtsunterricht beginnt bei den alten Kulturen (5.Klasse)und behandelt über die Mittelstufenjahre die geschichtliche Entwicklung in Sequenzen bis zur Gegenwart (8.Klasse). In den Naturwissenschaftlichen Fächern wird ein phänomenologisch- goetheanistisches Vorgehen gepflegt. Mit einer Fülle von Experimenten erfahren die Schüler durch genaues Beobachten und Beschreiben die Naturgesetzmäßigkeiten.
Der Fachunterricht
Nach dem Hauptunterricht folgen in Einzelstunden die Fächer, an denen durchgehend gearbeitet wird, so dass in kontinuierlichem Üben bestimmte Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickelt werden.
Es sind dies für die Klassen 1 - 8: Übstunden in Rechnen und Deutsch, Englisch und Französisch, Musik, Handarbeit, Eurythmie (wird in Klasse1 und 2 im Rahmen des Hauptunterrichtes erteilt), Spielturnen (Klasse 1 und 2 ) und Sport (ab Klasse 3) Religionsunterricht, Werken und Gartenbau ( ab Klasse 6). Während im Hauptunterricht die ganze Klasse gemeinsam unterrichtet wird, werden die Klassen im Fachunterricht meist geteilt.
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Die 8.Klasse - der Abschluss der Mittelstufe
Betrachtet man diese Altersstufe, zeigt sich ein deutlicher Entwicklungsprozess. Der Schritt von der Kindheit zur Jugend, welcher mit einer deutlichen Veränderung des Bewusstseins einhergeht, vollzieht sich in diesen Jahren. Zuweilen würde der folgender Wortlaut ganz gut dazu passen: "wegen Umbau geschlossen ..."!
In dieser Zeit der beginnenden Pubertät erwacht eine umfassende Liebe zur Welt, zur Menschheit. Ein viel bewussteres und weiter gefassteres soziales Empfinden, welches der Kräfte der Phantasie bedarf, kommt zum Vorschein. Die Fähigkeit zum logischen Denken, zum selbständigen Urteilen erwacht. Was bisher an evtl. verfrühter Kritik und oft ohne eigentliche Grundlage schon an Urteilen ausgesprochen worden war, bekommt Boden unter die Füße.
Dieser Prozess findet in der 8.Klasse ein Widerlager; es ist die zu Ende gehende Klassenlehrerzeit. Mit hoffentlich viel Humor und der Fähigkeit sein eigenes Wesen noch mal ein Stück neu zu hinterfragen und zu verwandeln, begleitet der Klassenlehrer dieses letzte Jahr. Die unterrichtlichen Inhalte helfen ihm dabei.
Was bereits in der 6.Klasse durch das Hinzukommen u.a. der Physik begonnen wurde und in der 7.Klasse durch die Chemie ergänzt wird, steigert sich nun in anspruchsvolleren Naturbetrachtungen und dem Erüben des inneren Gleichgewichtes über die neue, viel intensivere Gefühlswelt. Dazu hilft auch die Gleichungslehre in der Mathematik, die Referate (Biographiearbeit einer selbst gewählten Persönlichkeit),
das Theaterspiel und der sinnvoll ausgewählte Aufenthalt der Klasse in der “Fremde“ (Klassenfahrt). Des weiteren die Menschenkunde, die aufzeigt, dass der Mensch als einziges Wesen einen aufrechten Gang hat und auch nur er zur Erziehung bzw. Selbsterziehung fähig ist. Dem schier unstillbaren Hunger der Jugendlichen, die Erde in all ihren Erscheinungen kennen zu lernen “ wird so entgegengekommen. Es gilt die Gesetzmäßigkeiten, die Schönheit und den tiefen Sinn des Erdenlebens zu erspüren und zu ergreifen. Eine über viele Jahre gemeinsam gegangene Strecke findet in der 8.Klasse ein Ende. Dieses Ende der Klassenlehrerzeit deutet auf den Beginn der Fachlehrerzeit in der Oberstufe.
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Die Klasse 9-13 - Oberstufe
Von der 9. Klasse an werden auch die Epochen des Hauptunterrichtes von Fachlehrern unterrichtet. Einer dieser Oberstufenlehrern übernimmt die Aufgabe des „Klassenbetreuers“. Der Lehrplan orientiert sich weiterhin an der Entwicklung der Schüler, die sich jetzt im dritten Jahrsiebt befinden. Eines der Hauptanliegen der Pädagogen ist neben der Wissensvermittlung nun das Ausbilden der Urteilskräfte des Heranwachsenden.
Was in den unteren Klassen in allen Fächern bildhaft angelegt wurde, greifen die Oberstufenlehrer nun in einer neuen, wissenschaftlich-begrifflichen Form auf. So werden z.B. im Physikunterricht die Themen Akustik, Optik Elektrizität und Magnetismus sowie Wärmelehre ab der neunten Klasse so weitergeführt, dass die Schüler nun das Verständnis für daraus resultierende Zusammenhänge lernen. Durch Einblick in die Bereiche Akustik, Elektrizität und Magnetismus lernen sie z. B. das Telefon genau zu verstehen ; aus den Bereichen Thermik und Mechanik heraus verstehen sie die Funktion der Lokomotive. Der Lehrplan der verschiedenen Fächer von Klasse 9 – 12 ist aufeinander abgestimmt.
Als Beispiel greifen wir hier den Physikunterricht in Verzahnung mit anderen Fachbereichen heraus:
9. Klasse : Verkehrsmittel, Motoren, Kommunikationstechnologie; Geschichte : Industrielle Revolution und deren soziale Folgen
10. Klasse : Mechanik, Kinematik und Dynamik, z. B. Schiefer Wurf Geschichte : Entwicklung in der Antike
11. Klasse : Elektrizitätslehre Deutsch. „Parzival“ Geschichte : Mittelalter (beides ebenfalls geprägt von „unsichtbaren“ Kräften)
12. Klasse : Optik Deutsch und Geschichte : Überblicksepochen.
Wichtig ist es, den sensiblen Prozess, in dem sich die Jugendlichen in diesem Alter befinden, nicht durch frühzeitige Spezialisierung zu stören. Um eine möglichst große Bandbreite an Wissen zu ermöglichen, erarbeiteten wir ein noch vielfältigeres und variableres Fächerangebot für die Oberstufe. Innerhalb des neuen "Wahl-Pflicht-Modells" wurde etwa ein Drittel der gesamten Unterrichtszeit auf Wahl-Pflicht-Fächer umgestellt. Die Schüler konnten so mittels einer Wahlbroschüre aus über 100 Kursen wählen. Daraus resultiert für die Oberstufenschüler eine neue "Freiheit", die jedoch auch Verpflichtungen und Verbindlichkeiten umfasst und letztlich auf das Erarbeiten einer höheren Selbstverantwortlichkeit des Jugendlichen hinausläuft.
Vielfältige Praktika, die den Fachunterricht nun ergänzen, schaffen die Grundlage für eine lebenspraktische Ausbildung: In der 9. Klasse das Landwirtschafts-Praktikum,in der 10. Klasse ein Feldmess- und ein Betriebs-Praktikum und in der 11. Klasse das Sozial-Praktikum.
Ganztages-Schulkonzept
 Seit dem Schuljahr 2006/07 ist die Goetheschule FWS Pforzheim eine gebundene Ganztagsschule, d.h. alle Schüler der Ganztagsschule haben an drei Nachmittagen ein verbindliches Unterrichtsangebot bis 16.00 Uhr. Dieser Entscheidung war ein langer Prozess der Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes vorausgegangen.
Immer mehr Schüler brauchen, bedingt durch die gesellschaftlichen Veränderungen, eine verlässliche Lern- und Lebenswelt.Vertraute soziale Gemeinschaften geben die notwendige Sicherheit, in der sich Schüler gut entwickeln können.Um vielfältige Lernprozesse zu ermöglichen, ist heute ein größerer Zeitrahmen erforderlich. Zunehmend verbringen Kinder mehr und mehr Zeit mit medialer Freizeitbeschäftigung. Die Ganztagesschule bietet hierzu in ihrer Gestalt neuen Raum und neuen Rahmen für Begegnung und vertiefende Bildung.
Im Schuljahr 06/07 begannen zunächst die beiden 6. Klassen mit der Ganztagsschule. Geplant ist, im Laufe der "Erfahrungsjahre" weitere Klassenstufen nach und nach zu integrieren. Dadurch können wir zeitnah Erfahrungswerte in eine Neuausrichtung des pädagogischen Schulalltages in neu dazu kommende Klassen einfließen lassen.
Als Beispiel: die Nachmittage der Klassen 6,7 und 8 sehen zur Zeit so aus:
Die Klassen gehen gemeinsam zum Mittagessen, wobei es zwei verschiedenen Essenszeiten gibt. In der betreuten Mittagspause haben die Schüler die Möglichkeit, die Sporthalle zu nutzen, im Aufenthaltsraum zu spielen oder zu lesen oder sich auf dem Schulgelände aufzuhalten.Alle Schüler haben an den langen Tagen eine betreute Arbeitszeit zum Erledigen der Schulaufgaben. Das Unterrichtsangebot am Nachmittag findet hauptsächlich in den Bereichen Kunst, Handwerk und Bewegung statt. An einem dieser Nachmittage können die Schüler wählen zwischen Orchesterarbeit, Chor und dem schuleigenen Zirkus Globulini. Das offene Angebot einer Latein-AG ab Klasse 5 und einer Theater-AG findet an einem vierten Nachmittag statt. Wer möchte, kann jeden Nachmittag an der Schule verbringen, denn an den Unterricht und die Wahlangebote schließt sich die freiwillige Hausaufgabenbetreuung an. nach oben
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