Historie | Waldorfschule Pforzheim
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Historie

Die Pforzheimer Waldorfschule
Ursprung der Waldorfschule


Die Pforzheimer Waldorfschule

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Nach den Kriegserlebnissen entstand  bei vielen Menschen der Wunsch nach anderen,  neuen Erziehungsformen.

Die Währungsreform  im Sommer 1948 war noch in frischer Erinnerung, als sich eine Gruppe von Lehren und Eltern zusammenfand und am 28. August 1949  die Pforzheimer Waldorfschule gründete.

In der durch den Krieg zerstörten Stadt war die Raumnot sehr groß, doch fand die Initiative    schließlich in der Villa Bacherer eine, wenn auch viel zu kleine, Heimat. In 3 Räumen wurden von 5 Lehrern  5 Klassen mit 176 Schülern unterrichtet.

Bereits 1 Jahr später konnte durch großzügige Spenden amerikanischer Freunde ein Grundstück in der Schwarzwaldstraße erworben und mit einem Neubau begonnen werden - 5 Klassenzimmer, 1 Eurythmiesaal, 2 kleine Büros und eine "Kohleheizung“.

Im Sommer 1951 wurden bereits 277 Kinder unterrichtet, 85 mussten aus Raummangel abge- wiesen werden. Ende 1952 war die Schülerzahl bereits auf 380 gewachsen und mit Hochdruck entstand der nächste Bau, der sogenannte obere Bau.

Der Schüleransturm hielt weiter an, so dass man sich nur mit der Errichtung von Holzbaracken helfen konnte - im Herbst 1955 war die Schülerzahl bereits auf 740 angestiegen!  Dieses gewaltige Wachstum war zu gross und konnte  weder räumlich noch pädagogisch oder im kollegialen Bereich verkraftet werden.

Unter großen Anstrengungen erfolgte eine drastische Korrektur. Mit 320 Schülern, einem Kreis treuer Eltern und einem reduzierten Kollegium ging die Arbeit weiter, die nun insbesondere dem Aufbau der Oberstufe gewidmet war.

Parallel wurde aber auch am "unteren Ende“ gearbeitet:  Zu Michaeli 1962 konnte der neue Kindergarten eingeweiht werden. Auch das Provisorium der Baracken war nicht mehr länger vertretbar. So begannen die Planungen für den neuen Saalbau mit Räumen für die Naturwissenschaften, Handarbeit, Gartenbau, Werken, einem Konferenzraum mit Bibliothek und einer Küche mit Essraum.

Es war ein mutiges Unternehmen, in einer Zeit in der die finanzielle Decke noch sehr dünn war und doch erlebte die Schule damit nicht nur einen äußeren sondern auch einen inneren Aufschwung.

Der Zustrom der Schüler stieg von neuem. Um diesem Vertrauen gerecht zu werden, entschloss sich das Kollegium und die Elternschaft zur Zweizügigkeit und dies machte weitere Bauplanungen notwendig. In der Folge entstanden 1972 der Unterstufenbau  und die Turnhalle; 1975 der Umbau des Stein-Holzhauses zum Mittelbau und 1978 ein weiteres Großprojekt , der Oberstufenbau. Abgeschlossen wurde diese  Wachstums- und Bauphase mit der Einweihung des Zwischenbaus im Jahr 1994.

MIt dem Erwerb des Grundstückes in der Vogesenallee wurde 1997 die Grundlage für zukünftige Schulerweiterungen gelegt. Mit dem Bau der für eine zweizügige Schule dringend erforderlichen 2. Turnhalle konnte aber noch nicht begonnen werden und so  nahm der Schulgarten das Gelände zuerst einmal in Besitz.

Vor dem Hintergrund der sich zunehmend verändernden  Bedürfnisse und Verhaltensweisen  entstanden in der Folgezeit die ersten Überlegungen zu dem Thema Ganztagesschule als zukünftiges pädagogisches Konzept. Als hierfür öffentliche Fördermittel beantragt und auch zugesagt wurden, entschied sich die Schulgemeinschaft das große Zukunftsprojekt Ganztagesschule mit allen dazu notwendigen Neubauten -  Werkstätten,Turnhalle und Saal mit  Mensa anzugehen.

2005 wurde mit dem Bau der neuen Werkstätten auf dem  Gelände an der Vogesenallee begonnen. Im Herbst 2007 konnte in der neuen Turnhalle der Unterricht beginnen. Zur gleichen Zeit wurde der alte Saal abgerissen und nun fiebern wir der Fertigstellung des neuen Saals, dem letzten großen Bauabschnitt unserer Schule  Anfang 2009 entgegen.

Veränderungen finden aber nicht nur im Äusseren statt, auch intern verändert sich unsere Schule, um den sich wandelnden Bedingungen gerecht zu werden.

Die Entwicklung unserer Schule, die wie jeder lebendige Organismus auch durch Krisen gehen musste, hat gezeigt, dass Vertrauen, Zusammenarbeit und Treue zur Sache neue Wege in die Zukunft öffnet.

 

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Ursprung der Waldorfschule

Die erste Waldorfschule wurde von dem Industriellen Emil Molt 1919 in Stuttgart im Rahmen seines Betriebs der "Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik" eingerichtet; die pädagogische Grundlage wurde von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, gegeben und während dessen Lebenszeit 1861 bis 1925 von ihm selbst - im engen Dialog mit den Lehrern - weiterentwickelt. Als eine einheitliche Volks- und Höhere Schule konzipiert (damals: Einheitsschule), sieht der Lehrplan nicht nur die bekannten allgemeinbildenden Fächer vor, sondern auch ein sinnvolles Angebot an künstlerisch-praktischen Tätigkeiten. Schon in den zwanziger Jahren entstanden in Deutschland und Europa, in den 30er Jahren auch in den USA weitere Waldorfschulen.

Seit Anfang der 90er Jahren kamen auch die ehemaligen Ostblockländer hinzu. Aber auch in anderen Kontinenten, wie Asien (Israel, Japan) und Australien, wurden Waldorfschulen begründet.


Worte von Rudolf Steiner über den Auftrag der Waldorfschule:

"Worauf es in der Gegenwart (1919) ankommen muss, das ist, die Schule ganz in einem freien Geistesleben zu verankern. Was gelehrt und erzogen werden soll, das soll nur aus der Erkenntnis des werdenden Menschen und seiner individuellen Anlage entnommen sein. Wahrhaftige Anthropologie soll die Grundlage der Erziehung und des Unterrichtes sein. Nicht gefragt soll werden: Was braucht der Mensch zu wissen und zu können für die soziale Ordnung, die besteht; sondern: Was ist im Menschen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden? Dann wird es möglich sein, der sozialen Ordnung immer neue Kräfte aus der heranwachsenden Generation zuzuführen. Dann wird in dieser Ordnung immer das leben, was die in sie eintretenden Heranwachsenden aus ihr machen; nicht aber wird aus der heranwachsenden Generation das gemacht werden, was die bestehende soziale Organisation aus ihr machen will."




 

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