Die Indonesien AG | Waldorfschule Pforzheim
Logo der Waldorfschule Pforzheim
 Kinder

Neues Projekt der Indonesien AG und Lessan:

3000 Bäume für das Karstgebiet Gunung Kidul

Baeume2

 

Das Preisgeld von „Sei ein Futurist“ (1000,- Euro) hat die Indonesien AG in voller Höhe an die NGO (Nichtregierungsorganisation) Lessan / Yogyakarta weitergegeben.

Mit diesem Geld wird das neues Projekt „Bäume pflanzen im Karstgebiet Gunung Kidul“ finanziert. Geplant ist, dass im Februar/März 2010 etwa 3000 Bäume von  Schüler(innen) in neun Weilern kostenfrei an die Bevölkerung verteilt und dann unter Betreuung von Lessan angepflanzt werden.

Es handelt sich hier um fünf Baumarten, die für die traditionelle Medizin von Bedeutung sind. Die junge Nangka-Frucht (jack fruit) oder die Mahoniefrucht kann beispielsweise gegen Diarrhöe oder gegen Hautkrankheit (wie Juckreiz) angewendet werden; die Blätter von Cashewnussbaum gegen Rheuma. Diarrhöe und Hautkrankheit sind in der Region Gunung Kidul keine Seltenheit, da viele Gebiete von dem multifunktionellen Regenwasserteich abhängig sind.

Für dieses Projekt arbeitet Lessan mit den Schülerinnen aus zwei Weilern in Gunung Kidul  (Nglobong und Pudak) zusammen. Im Rahmen der „Sonntagsschule“ trafen sich die Schülerinnen Mitte Oktober 2009 mit den Mitarbeitern von Lessan und haben Kompost und natürliche Pestizide hergestellt. Im Dezember 2009 werden sie das jeweilige Saatgut ansetzt und sich dann bis Februar 2010 um das Wachstum der Pflanzen kümmern.

Diese neun Weiler (etwa 1350 Haushalte) hat die Indonesien AG in der Trockenperiode 2009 mit Trinkwasser versorgt; jeder Weiler erhielt für einen Monat wöchentlich drei Wassertanks zu je 5000 Liter.

Für die Indonesien AG der Goetheschule
Bambang Tjahjadi / Johanna Merz

DANKSAGUNG

An alle Personen, die ihre Sachen zum Verkauf im Flohmarkt (Martinsmarkt 2009) geschenkt haben, bedankt sich die INDONESIEN AG hiermit. Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt (1120,- Euro) und hoffen, dass die Martinsmarkt-Delegation unser Antrag auf 20% Beitrag für die Schule (bisher immer 50%) genehmigen wird.  Die restlichen Waren wurden / werden aufgrund des knappen Lagerraumes an die Waldorfschule Karlsruhe weiter verschenkt. Die Danksagung gilt auch für einige SchülerInnen der 11. Und 12. Klasse, die im Martins-markt die Indonesien AG verstärkt haben; einige davon werden zukünftig auch die neuen MitstreiterInnen der Indonesien AG sein.

 

Die Indonesien AG ist einer der Preisträger beim
Wettbewerb von dm und UNESCO

Über das Preisgeld freuen sich die Mitglieder der Indonesien AG zusammen mit ihrem Lehrer, Herr Bambang Tjahjadi und Frau Irmi Troescher von der Schulführung
Die Indonesien AG ist einer der Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs "Sei ein Futurist" von dm und UNESCO. Zur Zeit läuft die Prüfung von der UNESCO, das Modellprojekt der Indonesien AG als Dekadeprojekt fort zu führen.

Vom 27. - 29. Juli stellte die Indonesien AG der Goetheschule ihr Projekt in der dm-Filiale in Pforzheim Stadtmitte vor. Das Preisgeld im Wert von € 1.000,- wurde am Dienstag Nachmittag in der Filiale des dm den Mitglidern der Indonesien AG überreicht.

 

Durch den Gewinn des Wettbewerbes hat nun das Projekt die Möglichkeit, von der UNESCO als "Dekadeprojekt" weiter unterstützt zu werden. Dafür wurden die Unterlagen eingereicht und befinden sich aktuell bei der UNESCO zur Prüfung. Auf der Bildungsmesse didacta 2010, die vom 16. bis 20. März in Köln stattfinden wird, gibt die UNESCO am 17. März 2010 die Dekade-Preisträger innerhalb des UN-Projektes "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) bekannt. Wir drücken der Indonesien AG die Daumen !!

 

Hintergrundinformationen zum Wettbewerb "Sei ein Fururist"


Die Hilfe, die unsere INDONESIEN AG vor Ort leistet.

Die kleine Nichtregierungsorganisation LESSAN hat mit unserer Unterstützung 70 Pakete mit je einer Schuluniform und Schulmaterialien für Kinder der Grund- und Mittelschule in Gunung Kidul zur Verfügung gestellt; davon wurden ... 49 Pakete bis Ende März 2009 an die Kinder in zwei Weilern („dusun“) kostenfrei verteilt. Die restlichen 21 werden nun in einer sog. Leihstelle vor Ort aufbewahrt, um den Not-bedarf zu decken. In dieser Leihstelle darf jeder eine Uniform für eine bestimmte Zeit ausleihen (z.B. wenn sie in der Regenzeit nass geworden ist), und soll sie gepflegt wieder zurückgeben. Ein Teil davon ist bei Bedarf an Bedürftige zu verteilen. Welche Bedeutung hat diese Unterstützung für die dort lebenden Menschen? Und warum können die Familien die Ausbildung nicht finanzieren? Um dies zu beschreiben, werden zunächst drei Briefe von den Kindern, die eine Schuluniform benötigen, ausgewählt und übersetzt. Anschließend beschreibt der Beitrag von Heny Yudea (Leiterin von LESSAN) kurz die allgemeine Situation in Gunung Kidul und das vorhandene Förderprogramm für die Grund- und Mittelschule in Indonesien.

dsc_0160.jpg




Drei ausgewählte Briefe

Brief von Setiawan (3. Klasse, SDN Pudak)
Mein Wunsch

Ich sitze nun in der dritten Klasse der Grundschule. Seit Kind an lebe ich mit meinem Großvater, da meine Mutter gestorben ist, als ich dreieinhalb Jahre alt war. Unsere Lebensumstände sind hart; mein Großvater ist Lohnarbeiter in der Landwirtschaft oder im Baubereich. Ich bekomme nicht jedes Jahr eine neue Schuluniform, deshalb bitte ich sehr um Hilfe für eine neue Schuluniform.

Brief von Hendri Setiya P. (4. Klasse)
Danke an LESSAN

Ich besuche nun die vierte Klasse der Grundschule SDN Pudak. Mit meinen Eltern wohne ich weit von der Stadt entfernt; sie arbeiten als Lohnarbeiter in der Landwirtschaft. Außer in der Schule lerne ich auch zu Hause. Auf meinem Dorf gibt es jeden Sonntag eine Lerngruppe von LESSAN. Sie wird von Frau Tutik und Frau Iis betreut. Sie bringen uns etwas über die Umwelt und die Pflanzen für Kräutermedizin bei. Ich bedanke mich bei LESSAN für die Schenkung der Schuluniform. Ich habe nur eine einzige Schuluniform und sie sieht schon unordentlich aus, da ich sie in der zweiten Klasse gekauft habe. In der Regenzeit trocknet die Wäsche nicht so schnell, so dass ich oft mit etwas nasser Uniform in die Schule gehen muss.

 

Brief von Bayu Perdana (8. Klasse, SMPN Tepus)

Mein Name ist Bayu Perdana. Ich wohne auf dem abgelegenen Dorf und bin Sohn des kleinen Bauers; unser Ertrag reicht oft nicht aus, um den alltäglichen Lebensunterhalt zu decken. Die Ernte in diesem Jahr (Reis, Mais, Hülsenfrüchte usw.) war aufgrund der (Ratten)-Plage sehr gering. Deshalb nehme ich die Schenkung einer Schuluniform wahr, um die finanziellen Belastung meiner Eltern zu reduzieren. Meine Eltern arbeiten sehr hart, um den Lebensunterhalt zu erfüllen und mir die höhere Schule (Mittelschule) zu finanzieren. Beim Wechsel der Klassenstufen geht der Preis einer Schuluniform normalerweise in die Höhe. Unglücklicherweise fängt gleichzeitig die Trockenzeit an, in der wir Geld brauchen, um (Trink)wasser zu kaufen. Normalerweise benötigen wir 2 Wasserbehälter und jeder Behälter kostet etwa Rp. 100.000,- (- also etwa 7 Euro -). Deswegen fehlt uns einfach das Geld, um andere wichtigen Sachen wie Schuluniform zu kaufen. ... Mir tut es wirklich Leid, wie hart meine Eltern arbeiten müssen, und ich kann ihnen finanziell noch gar nicht helfen. Nur bei den leichteren Arbeiten wie Spielen und Aufpassen auf meinen jüngeren Geschwister, Gras sammeln für die Tiere usw. kann ich ihnen behilflich sein. Ich werde deshalb meinen Eltern nicht enttäuschen: Ich gehe fleißig in die Schule, damit ich später meinen Eltern helfen kann. Wir werden uns jedoch von diesen Umständen nicht entmutigen lassen, und ich betrachte diese als meine Herausforderung. Ich bedanke mich ganz herzlich an LESSAN für ihre Hilfe an uns alle.“

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Träumen von einer kostenfreien Ausbildung

von Heny Yudea, Leiterin der NGO LESSAN, Yogyakarta/Indonesien (zusammengefasst und frei übersetzt von Bambang Tjahjadi, Lehrer an der Goetheschule Freie Waldorfschule Pforzheim)

"Trotz der neuenjährigen Schulpflicht ist die formale Ausbildung für den Großteil der indonesischen Kinder noch ein Luxus, wie z.B. für die Kinder im Kreis Tepus der Region Gunung Kidul (77 km im Südosten der Stadt Yogyakarta entfernt). Für viele Kinder bedeutet die Schulausbildung eine Freude, die jedoch aufgrund der dort herrschenden Armut oft mit einer Bitterkeit endet. Eine Freude deswegen, weil die Ausbildung ihnen Hoffnung gibt, sich dadurch vom Karstgebiet Gunung Kidul mit dem herrschenden Wassermangel befreien zu können. Die Armut zwingt sie jedoch oft zum Schulabbruch, was für sie das bittere Ende bedeutet. Tritt dies ein, gehen Sie dann in die Stadt, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen (z.B. durch Straßenverkauf oder Haushaltshilfe, Arbeit im Restaurant usw.).

Dass ihre Eltern als traditionelle Bauer (vom Regenwasser abhängig) sehr hart gearbeitet haben, wissen die Kinder dort ganz genau: Sie bearbeiten den harten Karstboden und nutzen jede mögliche Anbaufläche im Karstgebiet mit entsprechenden Nutzpflanzen. Diese Bemühungen dienen jedoch nur zur Deckung der nötigen alltäglichen Grundversorgung.

Aus den Briefen der Kinder im Zusammenhang mit dem Antrag auf eine Schuluniform ist ersichtlich, dass ihre Eltern in der Trockenperiode in einen finanziellen Engpass geraten, da sie (Trink)-Wasser kaufen müssen (Regenwasserteich ist ausgetrocknet); oft sind sie auch dadurch verschuldet. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass Kinder für die Anschaffung einer neuen Schuluniform bis zu 3 Jahren warten müssen. Trotz dieser Umstände träumen die dortigen Schüler der sechsjährigen Grundschule und der dreijährigen Mittelschule von ihrem Abschluss; einige wollen sogar die höheren Schulen besuchen.

Um die 9-jährige Schulpflicht zu gewährleisten, unterstützt die Regierung seit 2006 die Grund- und Mittelschule mit Förderprogrammen (sog. BOS „Bantuan Operasional Sekolah“).

Im Idealfall heißt es: alle Schüler der staatlichen Grund- und Mittelschule sind von den anfallenden Betriebskosten der Schule zu befreien! Vor der Wahl (am 09. April 2009) ist das jährliche Budget dieser Förderprogramme sogar erhöht worden: Für die Grundschule von Rp. 254.000,- pro Schüler (2008) auf Rp. 398.000,- (2009) und die Mittelschule von Rp. 354.000,- pro Schüler (2008) auf Rp. 574.000,- (2009) /Kurs: 1 Euro etwa Rp 15.000,-/.

In der Wirklichkeit hat dieses Programm jedoch technische Probleme:

• Das Förderprogramm wurde von der Zentralregierung beschlossen; es beinhaltet jedoch keine klaren Hinweise auf die durchzuführenden Maßnahmen, so dass jede Schule das Programm in ihrer Weise interpretieren kann.

• Die Auszahlung der Förderprogramme verzögert sich um einige Monate. Die Schule ist dadurch gezwungen, den Schülern noch indirekte Gebühren zu verlangen, um die anfallenden Betriebskosten zu decken. Eine Grundschule koordiniert beispielsweise den Kauf von Schuluniform/-bücher mit einem höheren Preis, damit sie aus der Differenz Fahrradständer errichten oder Personal-Computer kaufen kann.


Ironischerweise zahlt auch die Sonderprovinz Yogyakarta, die als Studentenstadt bekannt ist, dieses Förderprogramm mit großer Zeitverzögerung aus. Nach Angaben des Leiters des dortigen Schulamtes hat dies mit der Veränderung der Organisationsstruktur, sowie der dazu gehörigen Verantwortlichen und mit dem unklaren Arbeitsablauf zu tun. Dazurechnen muss man auch die Zeit für den Geldtransfer durch verschiedenen Banken.

Zur Information: seit etwa 10 Jahren arbeitet LESSAN in 8 verschiedenen Weilern aus verschiedenen Dörfern; der Bedarf an Schuluniform/-materialien hier ist sehr groß. Wenn wir für jedes Schulkind eine Wechsel-Schuluniform zur Verfügung stellen möchten, dann fehlten noch etwa 130 Stück. Mit wenig Geld können Sie vielen notbedürftigen Menschen helfen. Beispielsweise können Sie mit etwa 10 Euro ein Paket (mit je einer Schuluniform und den nötigen Schulmaterialien) schenken. Auch sind noch kleinere Beiträge wertvoll. Eine Spendenbox steht bereit bei Frau Hilkes (Sekretariat).

Sie können ihre Spende auch überweisen: Klassenkonto - Bambang Tjahjadi, Sparkasse Pforzheim Calw, Kontonummer: 7624450, BLZ.: 66650085, Hinweis: Indonesien"

Im Namen der Menschen in Indonesien:

Terima kasih - Danke!

Weitere Berichte und Hintergrundinformationen zur Indonesien AG und zu den Projekten in Indonesien finden sie hier: ---> Indonesienhilfe



indonesien kinder.jpg
 

Momentan

Martinsmarkt 2010
18. + 19. November 2010
 
Infotage 2011
28.+ 29. Januar 2011
Weiterlesen...
 
UNESCO-Auszeichnung

Goetheschule erhält Auszeichnung für "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Weiterlesen...
 
Glückliche Schulzeit
Mit Freude in Richtung Abitur!
10 sehr gute Gründe
für unsere Schule
Weiterlesen...
 
Waldorfpädagogik

in Deutschland und weltweit

 
Copyright © 2010 Waldorfschule Pforzheim. Alle Rechte vorbehalten.